Forschungsprojekte des Instituts für Allgemeinmedizin

Der Schwerpunkt der Forschungsprojekte am Institut für Allgemeinmedizin liegt auf der Analyse und Entwicklung von primärmedizinischen Versorgungsmodellen für eine bestmögliche Versorgung von ambulant betreuten Patienten und Patientinnen.

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Aktuelle Forschungsprojekte

KARDIO-Studie – Linksherzkatheter bei Brustschmerzen und KHK

Konsortialführung
Abteilung für Allgemeinmedizin, Rehabilitative und Präventive Medizin der Philipps-Universität Marburg (Prof. Norbert Donner-Banzhoff)

Konsortialpartner
Universitäten
CharitéUniversitätsmedizin Berlin (Institut für Allgemeinmedizin)
• Medizinische Fakultät der Ruhr-Universität Bochum (Abteilung für Allgemeinmedizin)
• Universitätsmedizin Göttingen (Institut für Allgemeinmedizin)
• Universitätsklinikum Würzburg (Institut für Allgemeinmedizin)
• Philipps-Universität Marburg (Abteilung für Allgemeinmedizin, Rehabilitative und Präventive Medizin)
• Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (Institut für Gesundheitsökonomie und Versorgungsforschung)
• Ludwig-Maximilians-Universität München (Fachbereich Health Service Management)
• Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg (Fakultät Angewandte Sozial- und Gesundheitswissenschaften)

Institute und Organisationen im Gesundheitswesen
• Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V.
• Stiftung Institut für Herzinfarktforschung
• Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin
• Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften

Krankenkassen
• AOK-Bundesverband, Wissenschaftliches Institut der AOK (Wido)
• BARMER
• Techniker Krankenkasse

Projektmitarbeit im Institut für Allgemeinmedizin
Dipl.-Psych. Sandra Fahrenkrog
Thomas Sturz
Martha Koppelow / Judith Kraft

Projektfinanzierung
G-BA (Innovationsfonds)

Projektinhalt
In Deutschland existieren große regionale Unterschiede in der Häufigkeit von Herzkatheter-Untersuchungen. Inwiefern diese Unterschiede auf ungleiche Morbiditätsstrukturen zurückzuführen sind oder auf Unterschiede in der Versorgung und den Behandlungsroutinen soll in der KARDIO-Studie untersucht werden.

Regionale Variation und Einflussfaktoren
In zwei Teilprojekten werden anhand von Routinedaten mehrerer Krankenkassen die Häufigkeit von Linksherzkatheter-Untersuchungen analysiert und basierend auf diesen Ergebnissen Patienten und Ärzte in Hoch- und Niedrigversorger-Regionen befragt, um mögliche Einflussfaktoren zu identifizieren.

Entwicklung von Behandlungspfaden
In einem weiteren Teilprojekt entwickeln Ärzte/Ärztinnen in vier ausgewählten Regionen Behandlungspfade für Patienten mit Symptomen, die für eine KHK sprechen (z.B. Brustschmerz). Ziel des Projektes ist es, die Versorgung von diesen Patienten zu verbessern. Eine Besonderheit ist, dass die beteiligten Akteure (Hausärzte, Kardiologen, Vertreter aus Krankenhäusern) selbst aktiv die regionale Versorgung und intersektorale Zusammenarbeit gestalten. Das Institut für Allgemeinmedizin übernimmt die Studiendurchführung in der Region Frankfurt/Oder.

Hausarztpraxen, Kardiologen und Notfallambulanzen aus der Region Frankfurt/Oder, die sich am Projekt beteiligen möchten, sind sehr willkommen und können sich für weitere Informationen melden: 030 / 450 514 115 oder sandra.fahrenkrog(at)charite.de.

Projektlaufzeit
01.04.2018 - 31.03.2020

PICTURE – PTSD after ICU Survival, Caring for Patients with Traumatic Stress Sequelae following Intensive Medical Care

Projektleitung
Prof. Dr. Jochen Gensichen – LMU München

Projektkoordinatorin
Dr. Susanne Schultz- LMU München

Projektmitarbeit
Dr. Sabine Gehrke-Beck
Dr. Konrad Schmidt
Kerstin Theisen

Projektfinanzierung
DFG

Projektinhalt
Die PICTURE-Studie ist eine randomisierte, kontrollierte, deutschlandweite Studie mit Standorten in München, Hamburg, Dresden, Berlin, Tübingen und Stuttgart und wird vom Institut für Allgemeinmedizin der Ludwig-Maximilians-Universität München geleitet.

Die Versorgung von Patienten auf Intensivstationen nimmt in Deutschland zu. Trotz großer Erfolge nehmen die Patienten teilweise psychische Beeinträchtigungen aus dieser Zeit mit. Medizinische Maßnahmen auf einer Intensivstation können bedrohliche Eindrücke hinterlassen und u.a. für Schlafstörungen, Schreckhaftigkeit, emotionalen Rückzug ursächlich sein.

Die Nachsorge dieser Patienten erfolgt zumeist ambulant durch den Hausarzt. Mit leichten posttraumatischen Belastungen sind diese Patienten jedoch im hausärztlichen Praxisalltag oft schwer erkennbar. Die Patienten können oder wollen die Gründe für diese Belastungen nicht nennen. So werden sie in den Praxen auch als „schwierige“ oder „Drehtür-Patienten“ missverstanden.

Bislang fehlen hausärztliche Behandlungskonzepte für Patienten mit solchen posttraumatischen Belastungen. Gleichzeitig fehlen Therapieplätze bei Spezialisten. Eine für die Hausarztpraxis entwickelte Kurzversion der Erzähltherapie (Narrative Expositionstherapie) soll diese Versorgungslücke schließen.

In dieser Studie werden Hausärzte geschult, mit ihren Patienten in dieser sehr kurzen Erzähltherapie die bedrohlichen Ereignisse nochmals durchzusprechen, so dass „neue Bilder“ von der schweren Zeit entstehen können. Allgemein- und Intensivmediziner aus den verschiedenen Standorten arbeiten zusammen, um Patienten, die von der Therapie profitieren könnten, bereits auf der Intensivstation zu identifizieren.

Zeigt sich diese Therapie in der vorliegenden Studie als erfolgreich, also effektiv und sicher, kann sie von Hausärzten für Patienten mit leichtgradigen posttraumatischen Belastungsstörungen angewandt werden und so eine frühzeitige und niedrigschwellige Versorgung ermöglichen.

Projektlaufzeit
01.01.2018 - 31.12.2019

FRAUEN 5.0 - Regionale Versorgung von Frauen über 49 Jahren durch Fachärztinnen und Fachärzte für Gynäkologie und Allgemeinmedizin

Projekthomepage    Weitere Informationen

Projektleiterin
Dr. med. Lorena Dini

Projektmitarbeit
Barbara Trusch, M. Sc. Psychologie, Diplomökonom
Cornelia Thierbach, Diplom-Soziologin
Martha Koppelow

Projektfinanzierung
Innovationsausschuss beim G-BA

Projektinhalt
In vielen ländlichen Gebieten Deutschlands fehlt der ärztliche Nachwuchs. Aufgrund des demographischen Wandels wird sich diese Situation in Zukunft verschärfen. Das betrifft auch die fachärztliche Versorgung in der Gynäkologie und Geburtshilfe. Insbesondere Frauen mittleren Alters und ältere Frauen in ländlichen Gebieten werden davon betroffen sein.
Ziel des Projektes ist zunächst, die veränderten Betreuungssituationen in ländlichen Regionen zu analysieren. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, neue Konzepte für eine fachübergreifende Versorgung zwischen Gynäkologen und ärztlichen Primärversorgern zu identifizieren.
Für die Studie werden Sekundärdaten von 2300 Frauen, die 49 Jahre oder älter sind, analysiert. Darüber hinaus werden ca. 1000 Hausärzte und 500 Gynäkologen aus Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin befragt. Zusätzlich werden Patientinnen zur Versorgungssituation interviewt. Konkret sollen Indikatoren zur Frauengesundheit (z.B. gynäkologische Vorsorge), Beratungsanlässe (z.B. Menopause, Inkontinenz, gyn. Erkrankungen) und der Zugang zur Versorgung (z.B. Wartezeiten, territoriale Erreichbarkeit) beschrieben werden. Die Erkenntnisse werden anschließend genutzt, ein konsentiertes fachübergreifendes Modell zu entwickeln, das die adäquate Versorgung der älter werdenden weiblichen Bevölkerung unterstützt. Dies könnte geschehen, indem die Schnittstelle zwischen Hausärztinnen/Hausärzten und Gynäkologinnen/Gynäkologen gestärkt wird.
Es wird angenommen, dass die erarbeiteten Lösungsansätze für ambulante Regelversorgung von Bedeutung sein werden. Durch die erfassten Indikatoren und das fachübergreifende Versorgungsmodell könnte auch die Versorgung jüngerer Frauen in nicht-ländlichen Regionen verbessert werden.

Projektlaufzeit
01.07.2017 - 30.06.2019

COMPASS - Coordination of Medical Professions Aiming at Sustainable Support

Projekt-Homepage

Projektleitung
Prof. Dr. Christoph Heintze

Projektkoordinatorin
Dr. Susanne Döpfmer

Projektmitarbeit
Judith Stumm, MScMPH
Dr. Lisa Peter

Projektfinanzierung
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Projektinhalt

Die Studie COMPASS ist ein Teil des Projektes NAVICARE im Verbund u.a. mit dem Institut für Public Health, dem Institut für Medizinische Soziologie und Rehabilitative Medizin der Charité, dem Charité Comprehensive Cancer Center sowie dem Centrum für Schlaganfallsforschung Berlin (CSB).

Das Ziel ist die Analyse und Reduktion von Barrieren und Ungleichheiten in der Versorgung von Patienten mit altersassoziierten Erkrankungen. Dazu wird "optimale Versorgung" aus der Perspektive von Patienten sowie der Perspektive von ärztlichen und nichtärztlichen Versorgern betrachtet. Mehrere Forschergruppen untersuchen gemeinsam Barrieren und Ressourcen optimaler Versorgung aus diesen unterschiedlichen Perspektiven, identifizieren vulnerable Patientengruppen sowie existierende Ressourcen, die Patienten bei der Navigation durch das Versorgungssystem unterstützen. Im Fokus des Teilprojektes COMPASS stehen dabei multimorbide Patienten in der allgemeinärztlichen Versorgung. Parallel wird durch das Projekt die Etablierung eines aktiven, nachhaltigen Kooperationsnetzwerks zur patientenorientierten Versorgungsforschung gefördert.

Projektlaufzeit

01.02.2017 - 31.01.2020  

EMACross - Emergency and Acute Care for Respiratory Diseases beyond Sectoral Separation (Sektorübergreifende Notfall- und Akutversorgung bei respiratorischen Erkrankungen)

Projekthomepage und weitere Informationen

Projektleitung
Prof. Dr. Christoph Heintze

Projektkoordinator
Dr. Felix Holzinger

Projektmitarbeit
Sarah Oslislo

Projektfinanzierung
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Projektinhalt
Die Studie EMACross ist ein Projekt im Rahmen des Berliner Notaufnahme-Forschungsnetzwerkes EMANet, das seit 2016 neu aufgebaut wird.

In Notaufnahmen werden PatientInnen mit sehr unterschiedlichen Krankheitsbildern behandelt. In vielen Fällen ist es notwendig, dass NotfallpatientInnen anschließend ins Krankenhaus aufgenommen werden, um weitere Diagnostik und eventuell notwendige Therapien durchzuführen. Andere PatientInnen können dagegen nach einer Untersuchung und Behandlung in der Notaufnahme wieder nach Hause entlassen werden. Dies kommt gerade bei Atemwegserkrankungen (z.B. Infektionen der Atemwege) nicht selten vor.

Wir möchten mit der Studie EMACROSS die ambulante Behandlung in der Notaufnahme und die Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärzten verbessern. Wir interessieren uns dabei in der Studie für Notaufnahme-PatientInnen mit Atemwegserkrankungen. Es ist bisher kaum erforscht, welche PatientInnen mit Atemwegserkrankungen die Notaufnahme aufsuchen. Wir möchten außerdem erfahren, wie und warum sich PatientInnen dazu entscheiden, sich in der Notaufnahme vorzustellen. Weiter interessiert uns, wie die medizinische Versorgung vor der aktuellen Notaufnahmebehandlung gestaltet war und wie es danach weiter geht. Die Studie wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert. Sie wird in insgesamt 8 Notaufnahmen in Berlin-Mitte durchgeführt.

Projektlaufzeit
01.12.2016 - 30.11.2019

Abgeschlossene Forschungsprojekte

Befragung der niedergelassenen Hausärztinnen und Hausärzte in Nordrhein-Westfalen zur Delegation ärztlicher Tätigkeiten

Projektleitung
Dr. Lorena Dini, MScIH

Projektmitarbeit
Jana Gisbert Miralles, MScGÖ

Projektfinanzierung
Auftraggeber ist das Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen (LZG.NRW)

Projektinhalt
Die Delegation bestimmter Tätigkeiten an qualifizierte nicht-ärztliche Fachkräfte wird als eine Möglichkeit diskutiert, um die flächendeckende gesundheitliche Versorgung im demografischen Wandel zu sichern und zu verbessern. Konzepte zur Delegation hausärztlicher Leistungen an nicht-ärztliches Personal wie die Nicht-ärztliche Praxisassistentin (NäPa), die Versorgungsassistentin in der Hausarztpraxis (VERAH) und die Entlastende Versorgungsassistentin (EVA) wurden in den letzten Jahren ausgebaut.
Ziel des Projektes ist es, die Sicht der in Nordrhein-Westfalen (NRW) niedergelassenen Hausärzte und Hausärztinnen (HÄ) bezüglich ihrer prinzipiellen Bereitschaft zur Delegation zu erfassen und Informationen über das grundsätzliche Potential von Delegation sowie Hinweise zu Gestaltungsmöglichkeiten der hausärztlichen Versorgung zu generieren. Dazu wird eine Erhebung in enger Abstimmung mit dem Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen (MGEPA) durchgeführt. Die Befragung ist anonym, die Grundsätze des Datenschutzgesetzes NRW werden strikt befolgt. Es werden keine Rückschlüsse auf einzelne teilnehmende Ärztinnen oder Ärzte möglich sein.
Zielgruppe der Umfrage sind alle niedergelassenen HÄ. Befragt wird eine repräsentative Stichprobengröße von 2.500 HÄ, die geschichtet, nach Regionalität und Geschlecht berechnet wurde. Die randomisierte Stichprobenziehung erfolgte durch die Kassenärztlichen Vereinigungen Nordrhein und Westfalen-Lippe. Die anonyme postalische Befragung startete Mitte April.

Projektlaufzeit
Oktober 2015 – Oktober 2016

 

 

KOLEGEA++ - Entwicklung und Einführung eines WEB2.0-basierten Anreizsystems für kooperativen Wissenserwerb in der ärztlichen Weiterbildung

Projekt-Homepage

Projektleitung
Prof. Dr. Christoph Heintze

Projektmitarbeit
Dr. Lorena Dini
Dr. Claire Galanski

Projektfinanzierung
Bundesministerium für Forschung und Bildung (BMBF)

Projektinhalt
In diesem Anschlussvorhaben wird das Online-Webportal für Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung durch innovative Anreizsysteme weiterentwickelt. Das Institut für Allgemeinmedizin übernimmt in diesem Projekt die fachliche Betreuung und unterstützt die Entwicklung zur Inzentivierung der Web2.0-basierten Plattform für die Zielgruppe.

Dabei unterstützt das European Institute for Participatory Media (EIPCM) das Institut bei der Bearbeitung der technischen und strukturellen Aufgaben. Um die Nachhaltigkeit der entwickelten Lösungen und der KOLEGEA-Weiterbildungsplattform zu gewährleisten, ist ferner geplant, die KOLEGEA-Plattform in das Berliner Konzept des "Weiterbildungskollegs Allgemeinmedizin" zu integrieren. Das seit 2012 etablierte Konzept bietet Ärzten in Weiterbildung aus der Region Präsenzveranstaltungen und ein fortlaufendes Gruppencoaching am Institut für Allgemeinmedizin an. Diese Initiative soll künftig mit den Online-Aktivitäten der KOLEGEA-Plattform abgestimmt und die dafür notwendigen Maßnahmen in diesem Teilvorhaben vorbereitet werden.

Projektlaufzeit
1.07.2015 – 30.06.2016

OPAD - Interventionen zur Verbesserung der ambulanten Versorgung nach stationärer Behandlung bei Depression – systematischer Review von Entlassmanagementstrategien und Versorgungsmodellen

Projektleitung

Dr. Felix Holzinger

Projektmitarbeit
Dipl.-Psych. Sandra Fahrenkrog

Projektfinanzierung
Bundesministerium für Forschung und Bildung (BMBF)

Projektinhalt
Die Depression ist die am häufigsten auftretende psychische Erkrankung. Allein in Deutschland sind über vier Millionen Menschen davon betroffen. Besonders schwierig ist die Situation für schwer erkrankte Patientinnen und Patienten, die stationär behandelt werden müssen. Nach Entlassung aus der Klinik ist die Fortführung der Behandlung im ambulanten Bereich nicht immer optimal – Schnittstellenprobleme und die Sektorentrennung im Gesundheitswesen erschweren die Behandlungskontinuität.

Ziel des Vorhabens ist es, herauszufinden, durch welche Maßnahmen sich der Übergang in die ambulante Versorgung für die Betroffenen verbessern lässt. Dazu werden mittels eines systematischen Literaturreviews entsprechende qualitativ hochwertige, kontrollierte Studien identifiziert. Die Ergebnisse dieser Studien werden miteinander verglichen, um herauszufinden, welche Maßnahmen sich als wirksam erwiesen haben. Im Fokus stehen Endpunkte, die patientenrelevant sind – zum Beispiel, ob sich durch die Maßnahme die Rate der Wiedereinweisungen in die Klinik senken lässt und ob sich die psychische Gesundheit und Lebensqualität der Patientinnen und Patienten verbessern. Aus den Ergebnissen werden Empfehlungen für eine Verbesserung der Versorgung von Menschen mit Depression abgeleitet.

Projektlaufzeit
Juli 2015 – September 2016

Inanspruchnahme hausärztlicher Versorgung

Projektleitung
Dr. Wolfram Herrmann

Projektfinanzierung
Deutsche Forschungsgemeinschaft

Projektinhalt
Die Inanspruchnahme ärztlicher Versorgung in Deutschland ist im Vergleich zu anderen Ländern sehr hoch. Die üblichen Modell der Inanspruchnahme medizinischer Versorgung, wie beispielsweise Andersens Verhaltensmodell können solche Unterschiede nicht erklären. Zur Erforschung der Ursachen der hohen Inanspruchnahme führten wir, gefördert von der DFG, eine qualitative deutsch-norwegische Studie durch. Unser Fokus lag dabei auf den subjektiven Konzepten von Patientinnen und Patienten.

Zur Zeit publizieren wir die Ergebnisse der Studie. Aufbauend sind dann weiterführende Studien insbesondere mit einem Fokus auf die Inanspruchnahme und die Versorgungsverläufe chronisch kranker Patienten geplant.

Projektlaufzeit
März 2012 - September 2015

KOLEGEA - Kooperatives Lernen und mobile Gemeinschaften für berufsbegleitende Weiterbildung in der Allgemeinmedizin; Teilvorhaben: Fachmedizinische Konzeption und praktische Erprobung von Web2.0-Werkzeugen und Community-Diensten

Projekt-Homepage

Projektleitung
Prof. Dr. Christoph Heintze

Projektmitarbeiter
Lorena Dini
Mehtap Hanenberg
Javier Avila
Dr. Sabine Gehrke-Beck

Kooperationspartner
Prof. Dr. Ulrich Hoppe, Universität Duisburg-Essen, Duisburg
Prof. Dr. Jasminko Novak, Humboldt-Viadrina School of Governance, Berlin
Herr Peter Witzel, The Code AG, Berlin
Frau Cosima Stromer, Knowledgetools Gesellschaft für Lern- und Wissenssysteme mbH, Friedland

Projektfinanzierung
Bundesministerium für Forschung und Bildung (BMBF)

Projektinhalt
Das Ziel des Verbundvorhabens KOLEGEA ist die Realisierung eines Weiterbildungskonzeptes und einer unterstützenden Web2.0-basierten Lernplattform für kooperatives Lernen in beruflichen sozialen Netzwerken in der Facharztweiterbildung. Das Institut für Allgemeinmedizin übernimmt die medizinisch-fachliche Ausgestaltung der Web-basierten Lernplattform und beteiligt sich maßgeblich an der Erprobung der entwickelten Lösungen im Rahmen des Pilotbetriebes. Hierzu ist in Zusammenarbeit mit Moderatoren aus Berlin und Brandenburg auf der Grundlage von Patientenfällen beispielhaftes Procedere zur Ausarbeitung von lerngenerierten Fallbeispielen in der Hausarzt-Praxis zu entwickeln. Andererseits sollen curriculare Anpassungen zur Einbeziehung kooperativer Erstellung von medizinischen Fallbeispielen und des Wissensaustausches in sozialen Netzwerken in bestehende Weiterbildungsangebote entwickelt werden.

Projektlaufzeit
1.10.2011 - 30.11.2014

SMOOTH - Strukturierte Langzeitbegleitung für Patienten nach Sepsis

als Kooperationspartner des Instituts für Allgemeinmedizin, Friedrich-Schiller-Universität Jena

Siehe auch Studienbeschreibung der Universität Jena 


Projektteam Berlin
Fr. Susan Kerth

Projektfinanzierung
Bundesministerium für Forschung und Bildung (BMBF)

Projektinhalt
Obwohl mit geschätzten 60.000 Todesfällen pro Jahr die Sepsis die dritthäufigste Todesursache in Deutschland darstellt, existiert bis heute kein morbiditäts-spezifisches Nachsorgeprogramm für betroffene Patienten. Im Rahmen der SMOOTH-Studie werden die Effekte eines strukturierten Nachsorgeprogramms für diese Patientengruppe untersucht, um das poststationäre Versorgungsmanagement durch die jeweiligen Hausärzte zu verbessern. Geprüft wird, ob ein koordiniertes Entlastungsmanagement und Schlüsselelemente eines Disease-Management-Programms zur Verbesserung der Patientenversorgung beitragen.

Projektlaufzeit
Februar 2011 - Januar 2016

Präventionsberatung in der Hausarztpraxis –Umgang von Patienten mit medizinischen Risikofaktoren am Beispiel Übergewicht

Projektleitung
PD Dr. med Christoph Heintze, MPH

Projektmitarbeiter
Dipl. Psych. Dr. Ulrike Sonntag
Dipl. Psych. Sandra Fahrenkrog

Kooperationspartner
Prof. Dr. Stefan Beck, Dr. Jörg Niewöhner, Humboldt-Universität zu Berlin
PD Dr. Martin Lengwiler, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung
Prof. Dr. Regine Kollek, Universität Hamburg

Projektfinanzierung
Bundesministerium für Forschung und Bildung (BMBF)

Projektinhalt
Große Teile der Bevölkerung vor allem der westlichen Welt werden immer dicker und leiden zunehmend und immer früher unter Herzkreislauferkrankungen. Wirksame Konzepte, diesem Trend zu begegnen, sind Mangelware. Daher werden medizinische, volkswirtschaftliche und politische Rufe nach Prävention und Gesundheitsförderung immer lauter, Programme werden gestartet, Informationskampagnen vorangetrieben. Die Veränderungen von gesellschaftlichem Alltag wie professioneller Praxis in Wissenschaft, Medizin, Wirtschaft und Politik, die sich aus diesen Anstrengungen ergeben, untersucht der Forschungsschwerpunkt: "Präventives Selbst".

Am Institut für Allgemeinmedizin (CCM) Berlin wird am Beispiel der Diagnose 'Übergewicht' untersucht, welche arzt- und patientenseitige Faktoren hausärztliche Beratungsgespräche prägen und welche Aushandlungsprozesse in Patienten-Arzt-Gesprächen sichtbar werden. Ausgangspunkt der Studie ist die Gesundheitsuntersuchung ("Check up") von Übergewichtigen in Hausarztpraxen.
Hausärzte und Patienten werden über einen Zeitraum von zwei Jahren prospektiv begleitet, wobei qualitative und quantitative Forschungsmethoden zur Anwendung kommen.

Das Projekt findet in enger Kooperation mit dem Institut für Europäische Anthropologie der Humboldt- Universität zu Berlin, dem Berliner Wissenschaftszentrum für Sozialforschung (WZB) und der Universität Hamburg BIOGUM statt (Forschungsschwerpunkt: "Präventives Selbst").  Neben der medizinischen Perspektive werden Fragestellungen zu historischen, wissensoziologischen und sozialanthropologischen Aspekten der Herzkreislaufprävention einbezogen.

Projektlaufzeit
1.10.2006 - 30.04.2010

Verbund "Chronischer Rückenschmerz": Risikoadaptierte Patienteninformationen und -schulung bei nichtspezifischen Rückenschmerzen in der Allgemeinarztpraxis unter den Bedingungen einer Großstadt

Projektleitung
Prof. Dr. Ulrich Schwantes

Projektmitarbeiter
Dr. Ulf Marnitz
Fr. Andrea Bachmeier

Finanzierung
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Projektinhalt
Das BMBF-geförderte Projekt, zu dessen Durchführung eine Kooperationsvereinbarung mit der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald abgeschlossen wurde, verfolgt das Ziel, für Patienten mit Rückenproblemen in der Allgemeinarztpraxis modellhaft eine Struktur risikoadaptierter Informations-, Beratungs- und Schulungsangebote zu implementieren. Dieses Angebot fokussiert primär auf die individuelle psychosoziale Risikobelastung der Patienten, um individuelle Gesundheitskompetenzen im Umgang mit Rückenproblemen und eine aktive Partizipation an der Therapie zu fördern. Umgesetzt wird das Modellprojekt als cluster-randomisierte klinische Studie mit einer Interventions- und einer Kontrollgruppe an zwei Standorten (Berlin, Göttingen).

Patientenerfahrung als Empowerment - Deutsche Version der Website DIPEX (dDIPEX) mit Aufbau der Module Diabetes und chronischer Schmerz - Teil Diabetes

Projektleitung
Prof. Dr. Ulrich Schwantes

Projektmitarbeiter
Fr. Helene Schäfer
Fr. Ulrike Thiele

Finanzierung
Deutsche Rentenversicherung Bund

Projektinhalt
Ziel dieses in Kooperation mit dem Institut für Psychologie der Universität Freiburg betreuten Projektes ist es, über eine freie Website eine deutsche Datenbank (dDIPEx) mit Erzählungen von PatientInnen über ihre Krankheitserfahrungen aufzubauen und zu evaluieren. Der Aufbau erfolgt in Kooperation mit der Arbeitsgruppe DIPEx der Universität Oxford (www.dipex.org). Sie vermittelt Betroffenen, Angehörigen und medizinisch Tätigen Erfahrungen zum Leben mit der Krankheit, zu Therapien und Unterstützungsmöglichkeiten. Als erstes werden die Module Schmerz und Diabetes erstellt, weitere sind geplant.

Evaluation des AGnES-Projektes (Arztentlastende Gemeindenahe E-Health-gestützte Systemische Intervention)

Projektleitung
Prof. Dr. Vittoria Braun

Projektmitarbeiter
Lorena Dini
Giselle Sarganas

Finanzierung
Kassenärztliche Bundesvereinigung
Kassenärztliche Vereinigung MVP

Projektinhalt
Der gesundheitssystemische Wandel hat in Deutschland in den letzten Jahren vor allem in strukturschwachen Regionen zu einer höheren Belastung der Hausärzte geführt. Das altersbedingte Ausscheiden von Kollegen und mangelndes Nachziehen junger Ärzte führt zu Versorgungsdefiziten und macht eine baldige Lösungsfindung der Entscheidungsträger erforderlich. In diesem Rahmen wurde in Mecklenburg-Vorpommern das Projekt AGnES von der Kassenärztlichen Vereinigung in drei Regionen eingeführt. Das Institut für Allgemeinmedizin der CharitéUniversitätsmedizin Berlin wurde von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und der Kassenärztlichen Vereinigung Mecklenburg-Vorpommerns mit der unabhängigen Evaluation des Projektes beauftragt.
Aufgabenbereiche umfassen:

  • Quantitative Befragung von Hausärzten MVP´s zu Möglichkeiten delegierbarer Arbeitsbereiche, Einsatz des Entlastungspotentials, erforderlichen Kompetenzen von Arzthelferinnen, Präferenzen und Selbstverständnis bezüglich berufsübergreifender Behandlungssteuerung
  • Fallbezogene Vergleichsstudie bei Hochdruckkranken und Diabetikern, die im Hausbesuch betreut werden
  • Qualitative Befragung der am AGnES-Projekt beteiligten Ärzte und Arzthelferinnen

Als Ergebnisse werden die Einschätzung zur Delegierbarkeit ärztlicher Leistungen an Arzthelferinnen, Hinweise zur Verbesserung der Betreuung von chronisch Kranken im Hausbesuch und die Optimierung der Berufszufriedenheit von Ärzten und Schwestern erwartet.

Projektlaufzeit
01.02.2008 - 31.12.2008

Lehrinnovation durch e-Learning

Projekt: Interaktives e-Learning an klinischen Fallbeispielen im Rahmen des Blockpraktikums Allgemeinmedizin im Regelstudiengang

Projektleitung:
Javier Avila

Den unmittelbaren Kontakt mit Patienten und das Erleben der täglichen Abläufe in Hausarztpraxen bleibt in diesem Konzept für die Studierenden des Blockpraktikums bestehen. Ergänzend wird ein Online- Modul in Blackboard bereitgestellt, der folgende Fertigkeiten vertiefen soll:

  • Sammlung und Strukturierung klinischer Daten aus einem Arzt-Patienten-Gespräch
  • Differentialdiagnostisches Denken und Planung des weiteren diagnostischen Vorgehen
  • Einordnung der Befunde einer körperlichen Untersuchung
  • Beurteilung der Befunde von Tests und apparativen Untersuchungen (EKG,Röntgen, usw.)
  • Sachgerechte Dokumentation klinischer Fälle
  • Kommunikative Fertigkeiten mit Patienten


Projekt: e-Learning im Rahmen des Praktikums "Praxistag" im Reformstudiengang

Projektleitung:
Dr. Susanne Pruskil

Ein online-Konzept zur Qualitätssicherung und Unterstützung der Lehrärzte des Reformstudienganges.


Projekt: Überbringen schlechter Nachrichten - Kommunikationstraining in peer groups

Projektleitung:
Peter Arends

Evaluation möglicher Veränderungsprozesse des Empathieverständnisses durch die Übernahme der Patientenrolle im Kurs.

Innovative Umsetzungsstrategien zur Implementierung der Leitlinie "Chronische Herzinsuffizienz" in einem Medizinischen Versorgungszentrum

Projektleitung
Prof. Dr. Vittoria Braun

Finanzierung
Bundesärztekammer

Projektinhalt
Wegen der besonderen Bedeutung der Herzinsuffizienz (HI) als wichtigstem kardiovaskulären Krankheitsbild dieses Jahrhunderts (Braunwald, 2000) wandte sich die Arbeitsgruppe Verbesserungsmöglichkeiten der Pharmakotherapie zu. Hierbei wurden Hausärzte aus zwei verschiedenen Versorgungssettings (Individualpraxen vs. Medizinisches Versorgungszentrum) in einer prospektiven Beobachtungsstudie von 09/06 bis 05/08 miteinander verglichen. In den ersten acht Monaten (Präinterventionsphase) erfolgte die Überprüfung des Verordnungsverhaltens unter unbeeinflussten Alltagsbedingungen.

Durch ein Erinnerungssystem, das den teilnehmenden Ärzten als Kurzform der Leitlinie HI angeboten wurde (Interventionsphase), konnten die gefundenen Mängel der medikamentösen Behandlung der Herzinsuffizienz-Patienten  teilweise reduziert werden.

Ziel des Vorhabens ist die Optimierung der medikamentösen Therapie von herzinsuffizienten Patienten und damit die Verbesserung ihrer Lebensqualität. Darüber hinaus soll die Zufriedenheit der beteiligten Ärzte auf der Grundlage ihrer erweiterten Fachkompetenz erhöht werden.

Projektlaufzeit
1.09.2006 - 31.08.2008

Erstellung der Leitlinie "Akuter und chronischer Husten"

Projektleitung
Prof. Dr. Vittoria Braun

Projektinhalt
Husten zählt zu den am häufigsten vorgebrachten Beschwerden in der allgemeinärztlichen Praxis. Erkrankungen mit dem Leitsymptom Husten sind volkswirtschaftlich bedeutsam. Aus diesem Grund erstellte das Institut für Allgemeinmedizin für diesen Beratungsanlass nach Vorgaben der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) eine Leitlinie. Insbesondere war von Bedeutung, den in der hausärztlichen Versorgung tätigen Ärzten Differenzialdiagnosen beim akuten und chronischen Husten aufzuzeigen, Entscheidungshilfen für die Gestaltung einer evidenzbasierten Diagnostik beim Symptom Husten nahe zu bringen und angemessene Vorschläge für die Therapie zu machen.

Kurzform der Leitlinie

Konzeptuelle Hinweise zur Entwicklung, Verbreitung, Implementierung und Evaluation von Leitlinien für die hausärztliche Praxis finden sich auf der Website der DEGAM.

Migranten und Sucht

Projektleitung
Prof. Dr. U. Schwantes, Dr. M. Herrmann

Projektfinanzierung
Bundesministerium für Gesundheit

Projektinhalt

  • Eine quantitative und qualitative Expertise über Gesundheit, Krankheit und hausärztliche Versorgung von suchtgefährdeten und suchtkranken MigrantInnen für das Bundesministerium für Gesundheit.
  • Einschätzung kulturspezifischer Umgangsweisen mit Sucht und Suchtstoffen bei Migranten
  • Abschätzung der Häufigkeit von Suchterkrankungen und Art des Suchtmittelgebrauchs bei verschiedenen Migrantengruppen
  • Identifizierung suchtgefährdeter Lebenslagen von Migranten
  • Erfassung allgemeinärztlicher Strategien der Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention von Suchterkrankungen bei Migranten
  • Erhebung der interdisziplinären Kooperationsbeziehungen in der allgemeinärztlichen Praxis im Kontext von Suchterkrankungen bei Migranten (stationäre Einrichtungen der Entgiftung und Entwöhnung, ambulante Beratungsstellen der Regelversorgung bzw. Spezialdienste für Migranten, Abstinenzverbände)
  • Identifizierung von möglichen Schwerpunktpraxen für Abhängigkeitserkrankungen bei Migranten
  • Entwicklung von Konzepten zur Verbesserung von Fort- und Weiterbildung in der Allgemeinmedizin sowie der interdisziplinären Qualitätssicherung für die spätere Formulierung von Leitlinien und Evaluationskonzepten in der Versorgung von suchtgefährdeten und suchtkranken Migranten


Vorgehensweise und Methoden

  • Literaturrecherche und Aufarbeitung der wissenschaftlichen Literatur zu dem Thema
  • Sekundäranalyse quantitativer Datensätze (Bundesgesundheitssurvey und Daten der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern)
  • Fragebogenerhebung in den allgemeinärztlichen Praxen Berlins
  • Durchführung eines interdisziplinären Workshops

MedNet-Schlaganfall, kardiovaskuläre Risikowahrnehmung

als Teilprojekt des Kompetenznetzwerkes Schlaganfall, kardiovaskuläre Risikowahrnehmung


Projektleitung
Prof. Dr. U. Schwantes

Projektfinanzierung
Bundesministerium für Bildung und Forschung

Projektinhalt

Ziel:
Erforschen der kardiovaskulären Risikowahrnehmung für individuelle Patienten aus deren eigener Sicht und aus der des jeweils behandelnden Arztes. Das primäre Zielkriterium ist die Höhe der Risiko-Schätzungen für Herzinfarkt und Schlaganfall der Patienten und Ärzte. Sekundäres Zielkriterium ist die Übereinstimmung der Risikoeinschätzungen. Weitere erhobene Variablen dienen zur Identifizierung von Determinanten bzw. Confounder der jeweiligen Höhe der Risikoschätzungen und der Übereinstimmung.

Methode:
Survey von Patienten-Arzt Paaren, Patienten und ihre jeweils behandelnden Ärzte füllen ohne Kenntnis der Einträge des jeweiligen Partners einen Fragebogen aus.
Setting: n=50 hausärztliche Praxen in und um Berlin,  eingeschlossen sind Patienten (40-74 Jahre) mit zumindest einem wesentlichen Risikofaktor für Schlaganfall bzw. Herzinfarkt.

Ergebnisse:
Arzt und Patient bewerten jeweils das Erkrankungsrisiko absolut und relativ zur Alterskohorte, die Last der Risikofaktoren für Schlaganfall und Herzinfarkt und die Qualität der Beratungsaktivität des Hausarztes. Patienten geben zusätzlich Informationen zu sozioökonomischem Status, der Bedeutung von Schlaganfall und Herzinfarkt. Sie schätzen das eigene Wissens über Risikofaktoren für Herzinfarkt und Schlaganfall ein und benennen ihre Informationsquellen hierfür. Faktoren, die mit der Risikoschätzung und der Übereinstimmung zwischen Arzt und Patienten assoziiert sind, werden indentifiziert.

Schlussfolgerungen:
Die Risikoschätzungen der Ärzte korrelieren nur schwach mit dem nach einem Algorithmus (Pocock 2000) errechneten "objektiven" Risiko. Die Patienten unterschätzen das Risiko im Vergleich zur Arzteinschätzung. Besonders auffällig ist dies für Patienten mit Diabetes mellitus und für solche mit einer Eigenanamnese für Schlaganfall oder Herzinfarkt.

Präsentation kardiovaskuläre Risikowahrnehmung DEGAM (PDF)

CED - Teilprojekt des Kompetenznetzes Chronisch Entzündliche Darmerkrankungen

Projektleitung
Prof. Dr. Vittoria Braun

Projektfinanzierung
BMBF

Projektinhalt
Im Rahmen des Kompetenznetzes CED realisierte das Institut für Allgemeinmedizin ein Forschungsvorhaben, in dem hausärztliche Vorgehensweisen bei Patienten mit Darmbeschwerden untersucht wurden. Dabei wurde allgemeinärztliches Handeln unter Beachtung von Struktur-, Prozeß- und Ergebnisqualität in einer deutschlandweit angelegten Studie analysiert, um Optimierungspotentiale in der Patientenbetreuung benennen zu können.

In einer prospektiven Verlaufsstudie konnte zunächst eine innovative digitale Eingabemaske in Praxiscomputer von 110 teilnehmenden Hausarztpraxen implementiert werden. Das Online-Eingabeverfahren ermöglichte den Studienärzten jene Patienten zu dokumentieren, die mit darmspezifischen Symptomen und Diagnosen ihre Sprechstunde aufsuchten. Dabei war von besonderer Bedeutung, welche diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen und Kooperationsformen von den behandelnden Hausärzten veranlasst wurden.


Weitere Details zu den Ergebnissen siehe auch:

  • Heintze C, Esch T H, Braun V: Computergestützte Versorgungsforschung im Kompetenznetz "Chronisch entzündliche Darmerkrankung". Medizinische Klinik 2006. 101: 357-364 (IF 0.3)
  • Heintze C, Matysiak-Klose D, Kröhn T, Wolf U, Brand A, Meisner C, Fischer I, Wehrmeyer H, Braun V: Diagnostic work-up of rectal bleeding in general practice. British Journal of General Practice 2005. 55: 14-19 (IF 2.3)
  • Heintze C, Matysiak-Klose D, Braun V: Wahrnehmung von Fortbildungsangeboten aus Sicht von Hausärzten. Zeitschrift für ärztliche Fortbildung und Qualitätssicherung im Gesundheitswesen 2005. 99: 437-442-4
  • Wolf U, Matysiak-Klose D, Heintze C, Kröhn T, Wehrmeyer H, Braun V: Der Einfluss des sozioökonomischen Status auf die Diagnostik in der allgemeinmedizinischen Praxis am Beispiel des Symptoms Blut im Stuhl. Z Allg Med 2002; 78: 16-17
  • Kröhn T et al. Zufriedenheit von Patienten mit chronischen Darmerkrankungen in der Allgemeinmedizin. Z Allg Med 2004; 80:26-32

Teilprojekt des Kompetenznetzwerkes Schlaganfall, Prävention in der Allgemeinmedizin

Projektleitung
Prof. Dr. Ulrich Schwantes
Prof. Dr. Vittoria Braun

Projektfinanzierung
BMBF

Projektinhalt

Ziele:
a) Beschreiben des hausärztlichen Handelns für Patienten mit Risikofaktoren für Schlaganfall,
b) Erfassen der Einschätzung der Ärzte zu Risiko, Risikobewusstsein und Compliance der Patienten.

Methode:
Beobachtungsstudie mit konsekutiv rekrutierten Patienten (Aug. 2000-Okt. 2001). Durchführung in Hausarztpraxen in drei deutschen Zentren. Daten wurden vor Ort mittels einer spezifischen Datenerfassungsmaske erhoben per Internet zur Studienleitung transferiert, eingeschlossen waren Patienten mit wenigstens einem Risikofaktor für Schlaganfall.

Ergebnisse:
40 Ärzte gaben Daten von 2008 Patienten mit im Median drei Besuchen in die Datenbank ein. Dabei wurden 1662 subjektive Arzteinschätzungen notiert. Die häufigsten Risikofaktoren waren Bluthochdruck (43% der Patienten), Adipositas (39%), starkes Rauchen (29%) und positive Familienanamnese (27%). In einer multivariaten Analyse konnten Alter, männliches Geschlecht und die Anzahl erkannter Risikofaktoren als unabhängige Prädiktoren eines als hoch eingeschätzten Schlaganfall-Risikos identifiziert werden.