Allgemeinmedizinische Studieninhalte

Das Institut für Allgemeinmedizin ist in 8 von 10 Semestern mit verschiedenen Unterrichtsformaten an der medizinischen Ausbildung beteiligt.

Im Folgenden finden Sie nähere Informationen zu den Lehrinhalten der einzelnen Semester.

Sie befinden sich hier:

Nichtfachspezifischer Unterricht

Kommunikation, Interaktion, Teamarbeit

Zentraler Inhalt der Übung "KIT" ist die Vermittlung von Grundlagen der Kommunikation und Interaktion, sozialer Kompetenz sowie die Unterstützung der Gruppenarbeit.

Dabei geht es zunächst um das Kennenlernen und Anwenden verschiedener Kommunikationsmodelle, Frageformen  und Feedback-Regeln. Später stehen Grundlagen der Kommunikation in besonderen Gesprächssituationen (bspw. Kommunikation mit Kindern, Jugendlichen, deren Eltern, mit psychiatrischen und neurologischen PatientInnen, Überbringen schlechter Nachrichten, motivierende Gesprächsführung) im Vordergrund sowie die Ausbildung sozialer Kompetenz in der Zusammenarbeit mit Kollegen (Teamfähigkeit) und das Kennenlernen von Fehlermanagementsystemen. 

Problemorientiertes Lernen

Durch konkrete Situationsbeschreibungen lassen sich im POL-Fall nachvollziehbare Anwendungs- bzw. Praxisbezüge herstellen. Die anwendungsbezogene Erarbeitung von Lerninhalten aktiviert die Studierenden zum selbständigen und motivationsgesteuerten Lernen. So lernen sie, sich unter Moderation eines Dozierenden Problemen strukturiert zu nähern, sie zu analysieren, sich selbst Lernziele zu setzen und anhand dieser Lernziele die Problemlösung selbst zu erarbeiten. Das problemorientierte Lernen wird die jeweilige Woche thematisch einleiten (= dabei Interesse für die folgenden Themen wecken) und abschließen. (Quelle: Übersicht Modellstudiengang, Stand 13.03.2010)

Fachspezifischer Unterricht

1. Semester

Modul 1 Einführung
Vorlesung "Erkennen der Bedeutung ärztlicher Haltung für Patientensicherheit/ -zufriedenheit"

Die Vorlesung zum Thema "Ärztliche Haltung" wird im Einführungsmodul des ersten Semesters gehalten. Sie veranschaulicht Fragen zur ärztlichen Haltung innerhalb berufsständischer Normen, der gesellschaftlichen Rahmung und der individuellen Haltung/Professionalität.

2. Semester

Modul 6 Mensch und Gesellschaft

Vorlesung "Grundlagen zur Entstehung und Versorgung von Adipositas"

Den Studierenden werden Grundlagen und psychosoziale Einflussfaktoren auf die Gewichtsentwicklung und Entstehung der Adipositas vermittelt. Neben der Diagnostik werden einzelne Meß- und Bewertungsverfahren eingeordnet und die Möglichkeiten des ärztlichen Betreuungmanagments bei  Erwachsenen vertieft.

Fachseminar "Stress und Sucht"

Menschen reagieren unterschiedlich auf Stress. Abhängig von Art und Umfang der Stressbelastung und vorhandener Resilienz (der Fähigkeit, Krisen durch Rückgriff auf Ressourcen positiv zu verarbeiten) kann Stress ein Auslöser für die Entwicklung von Suchterkrankungen sein. Auf der Grundlage von Fallbeispielen soll die Gefahr des vermeintlichen Stressabbaus durch Suchtmittel sowohl bei Ärztinnen und Ärzten als auch bei Patientinnen und Patienten diskutiert werden. Dabei steht die Bedeutung der Früherkennung von riskantem Suchtmittelkonsum einschließlich der Darstellung von Chancen der Frühintervention im Mittelpunkt der Problembearbeitung.

Praktikum "Stressbewältigung" 

In dieser Übung mit Exposition in einer sozialen Stresssituation sollen die physiologischen und psychologischen Reaktionen des Organismus bei Stressregulation dargestellt werden. Ausgehend von direkter Erfahrung während der Übung sollen weiterhin individuelle Belastungen und Verarbeitungsmöglichkeiten thematisiert sowie relevante Stressbewältigungsmöglichkeiten kennengelernt werden.

5. Semester

Modul 18 Infektion als Krankheitsmodell
Vorlesung "Kalkulierte antiinfektive Therapie im Krankenhaus und beim Hausarzt"

Anhand von Fallbeispielen werden jeweils spezifische Verfahrensweisen für das stationäre und hausärztliche Umfeld dargestellt und die antiinfektive Therapie einzelner Infektionskrankheiten aus der Sicht des Klinikers/der Klinikerin und des Hausarztes/der Hausärztin exemplarisch erläutert.

Modul 19 Neoplasie als Krankheitsmodell
Vorlesung "Grundlage der Epidemiologie, des Screenings und der Prävention von Tumorerkrankungen"

In dieser Vorlesung werden Grundlagen zur Epidemiologie von Neoplasien und deren Relevanz für die Gesellschaft dargestellt und am Beispiel des Lungen- und Kolonkarzinoms konkretisiert. Möglichkeiten präventiver Maßnahmen, Instrumente der ambulanten Früherkennung sowie Nutzen und Konsequenzen von Screening-Maßnahmen werden unter Berücksichtigung von Gender-Unterschieden besprochen und deren Stellenwert im Gesundheitssystem dargestellt.

Modul 20 Schmerz und Psyche als Krankheitsmodell
Vorlesung "Aspekte hausärztlicher Versorgung von Menschen mit Schmerz- und psychischen Erkrankungen"

In dieser Vorlesung wird das Schmerzsyndrom und assoziierte Erkrankungen aus Perspektive der hausärztlichen Langzeitbetreuung vertieft. Es werden Möglichkeiten und Grenzen interdisziplinärer Betreuungsstrukturen für ausgewählte psychische Störungen im Kontext von Schmerzsyndromen durch Fallbeispiele illustriert. Zudem werden niedrigschwellige Präventionsstrategien zur Vermeidung von chronischen Schmerzzuständen dargestellt.

6. Semester

Modul 23 Wissenschaftliches Arbeiten II

Im Rahmen des Moduls 23 bieten wir am Institut Hausarbeiten an, die die Studierenden - betreut durch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Instituts - bearbeiten.


Modul 24 Kiezmedizin erleben und gestalten

Ziel des Wahlpflichtfaches ist es, dass die Studierenden die Bedeutung der sozialen Umgebung für die Gesundheit von Patientinnen und Patienten und ihr eigenes ärztliches Handeln kennenlernen.Theoretischer Ansatzpunkt ist dabei der Ansatz Community Oriented Primary Care. Community Oriented Primary Care bedeutet, dass die Hausärztin/der Hausarzt nicht nur Patienten im Sprechzimmer behandelt, sondern darüber hinaus die lokalen Bezüge in der Umgebung (Gemeinde), welche Menschen krank machen oder gesund erhalten, im Blick hat. Im Rahmen des Wahlfaches lernen die Studierenden diesen Ansatz kennen und können ihn anhand eines Berliner Kiezes exemplarisch erleben. In jedem Semester wählen wir dabei einen Berliner Kiez aus, wie z.B. Alt-Lichtenberg, Wedding-Zentrum oder den Kiez Schillerpromenade. Dabei lernen die Studierenden diesen Kiez mit seiner Sozialstruktur und Wohnstruktur, seinen medizinischen und psychosozialen Angeboten und seinen Bewohnern genauer kennen. Die Studierenden kommen mit Angeboten der Gesundheitsversorgung in Kontakt, die über Ärzte und Therapeuten hinausgehen. Gemeinsam werden die Studierenden ein Problem in dem Kiez herausarbeiten und falls möglich auch einen Verbesserungsvorschlag erarbeiten. 


Modul 24 Charité goes global – Primary Health Care, Global Health und Infektionskrankheiten

Wie hängen Armut, Primary Health Care, Infektionskrankheiten und Klimawandel zusammen und wie beeinflussen sie lokale Gesundheitssysteme?
Fragen wie diese sollen gemeinsam im Rahmen des neuen Wahlfachs  Charité goes global – Primary Health Care, Global Health und Infektionskrankheiten diskutiert und erarbeitet werden. Schwerpunkt des Moduls liegt dabei auf der Kontrolle von Infektionskrankheiten mit dem Fokus auf Primärversorgung. Welche Infektionskrankheiten sind weltweit durch die Folgen einer zunehmenden Globalisierung, wie z.B. einer zunehmenden Mobilität von Menschen sowie einer immer fortschreitenden Technik, relevant und was bedeutet das für Primärversorger hier vor Ort?
Die Komplexität von Global Health soll durch Experten-Treffen, Exkursionen, gemeinsame Falldiskussionen und Rollenspiele erfahrbar gemacht werden. Ziel ist es, Studierende zu ermutigen, sich mit Themen der Globalen Gesundheit in ihrem Alltag als Medizinstudierende oder später als praktizierende Ärztinnen und Ärzte auseinanderzusetzen. Mit den erworbenen Kenntnissen sollen sie vor allem marginalisierte Bevölkerungsgruppen in ihrem Recht auf eine adäquate medizinische Versorgung unterstützen und damit eine Gleichheit der Gesundheitsversorgung befördern.

7. Semester

Modul 25 Erkrankungen des Thorax

Vorlesung "Vom Leistungsknick bis zur Reanimation: Manifestation und Differentialdiagnosen der chronischen und akuten Herzinsuffizienz"

Die Vorlesung dient der Darstellung der klinischen Manifestationsformen der chronischen und akuten Herzinsuffizienz: von Luftnot und Schwindel bis zum reanimationspflichtigen Schock. In Vorbereitung auf die sich anschließenden Modulwochen liegt der Schwerpunkt dabei auf den zugrunde liegenden Differentialdiagnosen sowie auf den diagnostischen Möglichkeiten.

Vorlesung "Akuter und chronischer Husten"

Die Studierenden sollen das differentialdiagnostische Vorgehen des Leitsymptoms akuter und chronischer Husten beschreiben, die aufgrund evidenzbasierter Algorithmen anzuwenden sind. Durch die Darstellung exemplarischer Krankheitsbilder (z.B. Tuberkulose, akute Bronchitis, Upper Airway Cough Syndrom, Gastroösophageale Refluxkrankheit, Pertussis) wird das weitergehende diagnostische und therapeutische Vorgehen für ausgewählte Erkrankungen vertieft.


Modul 28 Vertiefung / Wahlpflicht II

Allgemeinmedizin - Einblick in die Vielfalt der Primärversorgung

Der Arbeitsbereich der Allgemeinmedizin beinhaltet die Grundversorgung aller Patienten mit körperlichen und seelischen Gesundheitsstörungen in der Notfall-, Akut- und Langzeitversorgung sowie wesentliche Bereiche der Prävention und Rehabilitation.
Hausärzte sind in ganz unterschiedlichen versorgungsrelevanten Kontexten tätig. So werden in Schwerpunktpraxen z.B. Suchtpatienten und HIV-Infizierte betreut, in anderen Praxen werden Obdachlose und Menschen ohne legale Aufenthaltserlaubnis behandelt. Allgemeinärzte, die Personen im Strafvollzug betreuen, stehen vor anderen Herausforderungen.
Die Studierenden haben die Möglichkeit einige dieser speziellen Arbeitsfelder kennen zu lernen.
Ein weiterer Schwerpunkt bildet die anspruchsvolle und vielschichtige hausärztliche Tätigkeit auf dem Land.

8. Semester

Modul 29 Erkrankungen des Kopfes, Halses und endokrinen Systems

Vorlesung "Leitsymptom Nackenschmerz: Vom Knacken im Nacken"

Die Vorlesung beschäftigt sich mit den Differentialdiagnosen der Schmerzsyndrome ausgehend von der Halswirbelsäule (HWS) und der Stützmuskulatur. Leitsymptom ist der Nackenschmerz mit weitverbreiteter klinischer Relevanz. Hierbei werden die unterschiedlichen somatischen von psychogenen Ursachen abgegrenzt. Morphologische Korrelate degenerativer und entzündlicher Pathologien in der Diagnostik werden aufgezeigt und die unterschiedlichen Therapieverfahren erläutert. 

Vorlesung "Lieber nicht in aller Munde! – Erkrankungen der Mundschleimhaut"

Die Systematik dermatologischer Erkrankungen der Zunge und der Mundschleimhaut bilden den Schwerpunkt dieses Seminars. Die Studierenden erarbeiten die Differentialdiagnosen von normaler (wie Lingua geographica) und krankhaft veränderter Mundschleimhaut/Rachen (infektiös: Candida, Herpes, HIV, Treponemen; autoimmun: Pemphigus, Pemphigoid, IgA-Dermatose; sonstige: Aphthen, Lichen ruber, Kontaktallergie, Arzneimittelreaktion, Leukoplakie, andere chronische bzw.chronisch-irritative Schleimhautveränderungen) und dem Symptom Mundgeruch. Anhand von Fallbeispielen werden Therapieprinzipien vorgestellt und gemeinsam diskutiert.


Modul 30 Neurologische Erkrankungen

Vorlesung "Patient/in mit primärem Kopfschmerz"

Mehr als 99% aller Menschen haben zumindest einmal im Leben Kopfschmerzen. Dies bedeutet, dass wahrscheinlich jeder Arzt, jede Ärztin unabhängig von der Fachrichtung mit diesem Symptom konfrontiert sein wird. Die Kopfschmerzanamnese stellt dabei einen Schlüsselfaktor in der differentialdiagnostischen Zuordnung dar, um zu unterscheiden, ob es sich um eine Variante eines primären Kopfschmerzes (Migräne, Spannungskopfschmerz, Clusterkopfschmerz) oder um einen erworbenen Kopfschmerz handelt, der möglicherweise einer weiteren dringenden Diagnostik und Intervention bedarf. In der Patientenvorstellung wird den Studierenden ein Patient oder eine Patientin mit einem primären Kopfschmerzsyndrom vorgestellt.

Vorlesung "Polyneuropathien und Restless-Legs-Syndrom - eine differentialdiagnostische und therapeutische Herausforderung"

Periphere Neuropathien sowie das Restless-Legs-Syndrom gehören zu den häufigsten neurologischen Krankheitsbildern und führen aufgrund der differentialdiagnostischen Vielfalt nicht selten zu diagnostischer und therapeutischer Frustration. Anhand von Kasuistiken soll der Studierende/die Studierende einen Einblick in das klinische und ätiologische Spektrum dieser Erkrankungen bekommen und sich vor dem Hintergrund der klinischen Manifestation evidenzbasierte diagnostische und therapeutische Algorithmen auf den unterschiedlichen Versorgungsebenen (hausärztlich/spezialistisch) erarbeiten. 

Vorlesung (Blended Learning) "Am Anfang war das Feuer"

Sensibilitätsstörungen sind ein Symptom, mit dem sowohl Hausärzte als auch Neurologen häufig konfrontiert werden. Die Differentialdiagnose erfordert eine sorgfältige Anamnese, körperliche Untersuchung und ggf. weitere spezielle diagnostische Verfahren. Anhand einer virtuellen Kasuistik sollen sich die Studierenden hier ein strukturiertes und evidenzbasiertes Vorgehen erarbeiten.

Vorlesung "Prävention des Schlaganfalls"

Es sollen evidenzbasierte präventive Strategien zur Modifikation der relevanten Risikofaktoren des Schlaganfalls dargestellt werden. Dazu gehören Maßnahmen der medikamentösen Behandlung (Blutdruckeinstellung, Lipidsenkung, Antikoagulation bei Vorhofflimmern, Thrombozytenaggregationshemmung), der Beeinflussung lebensstilbedingter Risikofaktoren (Ernährung, Bewegung, Rauchen), sowie chirurgische Interventionen an der A. carotis. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Frage der differenzierten Indikationsstellung von Präventionsmaßnahmen. Die Bedeutung der Grundversorgung sowie eines interdisziplinären Versorgungskonzeptes beim Krankheitsbild Schlaganfall wird dargestellt. Dabei werden auch Diversity-Aspekte – insbesondere Geschlechterunterschiede - besprochen.


Modul 31 Psychiatrische Erkrankungen

Vorlesung "Früherkennung von psychischen Störungen in der Hausarztpraxis"

Psychische Störungen sind häufig Grund für Arztkonsultation, Fehlzeiten am Arbeitsplatz und Frühberentung. Die meisten Patienten mit psychischen Störungen konsultieren den Haus- oder Allgemeinarzt, der damit eine wichtige Funktion der Einordnung hat. Die Vorlesung verdeutlicht die Häufigkeit und Bedeutung psychischer Störungen bei Patienten in der hausärztlichen Praxis. Unspezifische Symptome wie Schmerz, Schlafstörung oder Müdigkeit müssen auch im Kontext psychischer Störungen eingeordnet werden. Neben der Abgrenzung psychosomatischer und somatischer Erkrankungen ist auch die Schnittstelle der Mit- und Weiterbehandlung zu klären. Zentral ist die Beschreibung einer adäquaten diagnostischen und therapeutischen Weichenstellung im hausärztlichen Setting.

9. Semester

Modul 33 Schwangerschaft, Geburt, Neugeborene, Säuglinge

Seminar "Kindesmisshandlung"

Jeden Tag werden in Deutschland Hunderte von Kindern mit möglicherweise misshandlungsbedingten Verletzungen vorgestellt. Da in den meisten Fällen die Kinder keine Angaben zur Entstehungsursache machen können oder wollen, müssen Studierende lernen, typische Merkmale misshandlungsbedingter Verletzungen zu erkennen.


Modul 34 Erkrankungen des Kindesalters und der Adoleszenz

Vorlesung "Langfristige Betreuung von chronisch kranken Kindern und ihren Familien - am Beispiel neurodegenerativer Erkrankungen"

Anhand einer Fallvorstellung eines Patienten mit neurodegenerativer Erkrankung wird die langfristige Betreuung des Patienten und seiner Familie in einem interdisziplinären Zentrum (Sozialpädiatrisches Zentrum) vorgestellt. Die Studierenden lernen anhand des Beispiels den typischen Verlauf in der Betreuung eines Patienten mit neurodegenerativer Erkrankung kennen.

Vorlesung (Blended Learning) "Der unvollständige Impfausweis"

Die Impfempfehlungen der STIKO sehen eine vollständige Durchführung der Grundimmunisierung in den ersten beiden Lebensjahren vor. Im ärztlichen Praxisalltag gibt es jedoch häufig Kinder und Jugendliche, bei denen dies aus verschiedensten Gründen (Impfskepsis, Migration, Arztwechsel, "Vergessen") nicht der Fall ist. Aufbauend auf den Grundkenntnissen des STIKO-Impfplanes ermöglicht das "Blended Learning" den Studierenden, sich im Rahmen realistischer Fallszenarien das praktische Vorgehen selbst zu erarbeiten. Ergänzend werden Aufklärungspflicht, Dokumentation im Impfausweis, Impfreaktionen (was ist häufig, was ist selten?) sowie Kontraindikationen unter Einsatz geeigneter Medien vermittelt.


Modul 35 Geschlechtsspezifische Erkrankungen

Seminar "HIV/AIDS: Infektionsepidemiologie und Prävention (global und regional)"

In diesem Seminar werden die regionale und globale Perspektive der Infektion vergleichend diskutiert. Coinfektionen (Hepatitis B, Herpesgenitalis sowie Tuberkulose) beeinflussen erheblich die Präventionsstrategien. Es wird dargestellt, wie diese Aspekte in das Patientenmanagement einfließen. Die Verschränkung regionaler und globaler Probleme auch im Hinblick auf Resistenzentwicklung bei HIV und den Coinfektionserregern in Zeiten erhöhter Mobilität (Reisen, Migration) fließt in die Diskussion ein.


Modul 36 Intensivmedizin, Palliativmedizin, Recht, Alter, Sterben und Tod

Vorlesung "Schwerkranke Patienten und Palliative Care"

Die Vorlesung thematisiert Grundlagen und Geschichte der Hospiz- und Palliativbewegung, dabei erläutert sie den ganzheitlichen Ansatz von Palliative Care mit Zugang zum Patienten und zur Patientin und dessen Angehörigen in physischer, psychologischer, sozialer und spiritueller Dimension.

Seminar "Langzeitfolgen intensivmedizinischer Behandlung"

Im Seminar werden verschiedene Aspekte der Langzeitfolgen von intensivmedizinischer Behandlung und deren psychosoziale Auswirkungen erarbeitet. Es wird ein Überblick über die verschiedenen Organ(dys)funktionen nach intensivstationärer Behandlung gegeben und die Möglichkeiten der medizinischen und beruflichen Rehabilitation zur Wiedererlangung der sozialen und beruflichen Funktionsfähigkeit diskutiert.

Seminar "Ethische Konfliktsituationen am Lebensende"

Im Seminar werden Grundlagen und ein strukturiertes Vorgehen der Entscheidungsfindung zu ethischen Konfliktsituation am Lebensende erarbeitet. Anhand von Fallbeispielen wird eine ethische Falldiskussion simuliert. Abschließend findet unter Supervision des Dozenten ein Feedback der am Rollenspiel beteiligten und eine Reflexion des gesamten Seminars zu den Ergebnissen der ethischen Falldiskussion statt.


Modul 37 Wissenschaftliches Arbeiten III

Wiss. Arbeiten in Kleingruppe "Wirklich Evidenz-basiert? - Leitlinien kritisch bewerten"

Leitlinienempfehlungen sind eine wichtige Grundlage für die klinische Entscheidungsfindung und Handlungsfähigkeit. Erstellt werden Leitlinien von Expertengruppen, die anhand der aktuellen Literatur und ihrer Expertenmeinung Empfehlungen für Prävention, Diagnostik, Therapie und Rehabilitationsmaßnahmen aussprechen. Es ist dabei wichtig zu verstehen, dass die Empfehlungen auf ausgewählten Studien und deren Publikationen beruhen, die nicht nur ein bestimmtes Ergebnis präsentieren sollten, sondern auch die Qualitätskriterien wissenschaftlicher Publikationen erfüllen müssen, um eine Empfehlung zu rechtfertigen.  Die kritische Evaluation der zugrundeliegenden Publikationen in Bezug auf die Leitlinienempfehlung ist somit entscheidend, um die  Schlüssigkeit zwischen Evidenzlage und Empfehlung nachvollziehen zu können.

Wiss. Arbeiten in Kleingruppe "Wissen heißt nicht handeln - Leitlinien im klinischen Alltag"

Per definitionem geben Leitlinien den gegenwärtigen Erkenntnisstand zur Diagnostik und Behandlung einer Erkrankung wieder und sollen in der Entscheidungsfindung eine Unterstützung für Ärzte und Patienten sein und einen hohen medizinischen Standard ermöglichen. Im klinischen Alltag  stoßen diese Ansätze bei komplexen Behandlungen jedoch immer wieder auch an ihre Grenzen. Ziel dieser Veranstaltung ist es, anhand von Patientenbeispielen, die Möglichkeiten und Grenzen von Leitlinien bei der Entwicklung einer Behandlungsstrategie darzustellen.

Wiss. Arbeiten in Kleingruppe "Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse im ärztlichen Handeln"

Die Erarbeitung wissenschaftlicher Erkenntnisse von der Bench zur Bedside, also zum zugelassenen Medikament, verläuft nach Regeln und unter Bedingungen, die sich primär nicht an den klinischen Gegebenheiten orientieren. Die Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse zu medikamentösen Behandlungsstrategien im klinischen Handeln stellen daher Institutionen, Behandler und klinische Forschung vor spezifische Herausforderungen. In dieser Veranstaltung werden solche Herausforderungen an Beispielen aus den jeweiligen Fachgebieten im Hinblick auf die drei Ebenen der Translation vermittelt.

10. Semester

Modul 38 Allgemeinmedizin, Notfallmedizin, "Paperwork", Schnittstellen

Vorlesung "Durch das Dickicht des Systems: Sektoren und Schnittstellen der Gesundheitsversorgung"

Die historisch gewachsene Struktur des deutschen Gesundheitswesens ist sehr komplex. Sektoren wie die ambulante und die stationäre Versorgung sind miteinander verzahnt, aber trotzdem ist der Übergang von einem Versorgungssektor in den anderen aufgrund der Vielfalt beteiligter Akteure (u.a. verschiedenste Leistungserbringer und Kostenträger) häufig mit Problemen verbunden. Die Veranstaltung soll den Studierenden die Bedeutung des Schnittstellenmanagements als eine wichtige Aufgabe für in der Patientenversorgung tätige Ärzte vermitteln.

Vorlesung "Qualitätsmanagement in der ambulanten und stationären Gesundheitsversorgung: Wo geht die Reise hin?"

Mit dem Ziel der Verbesserung der Ergebnisqualität ist eine gesetzliche Verpflichtung zur Qualitätssicherung (§ 135 SGB V) in ambulanter sowie stationärer Medizin festgeschrieben. Wichtige Grundlagen für die Qualitätssicherung sind die Implementierung von evidence based medicine (EBM), des medizinisch wissenschaftlichen Fortschritts zur Verbesserung der Patientensicherheit und ein sinnvoller Einsatz der Ressourcen. Qualitätsmanagement zur Verbesserung von Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität gehört somit zum Arbeitsalltag in allen Bereichen der ärztlichen Tätigkeit.

Vorlesung "Überleben im Formular-Dschungel"

Für die Tätigkeit in der ambulanten Versorgung ist ein Überblick über rechtliche und formale Vorgaben zu Verordnungen, Krankschreibungen, Attesten und Rehabilitationsanträgen unumgänglich. Aber auch für den stationär tätigen Arzt ist es wichtig, einen Einblick in Organisation und Abläufe der ambulanten Weiterbehandlung zu haben, um eine praktikable Therapie nach Entlassung empfehlen zu können.

Blended-Learning-Vorlesung "Hands on - wichtige Formulare selbst ausfüllen"

"Man begreift es am besten, indem man es macht" (Lewis Carrol) – ganz praktisch sollen in diesem Blended Learning die Studierenden lernen, zwei wichtige Formulare selbst auszufüllen: die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung und die Meldung gemäß Infektionsschutzgesetz.

Die meldepflichtigen Umstände und die grundsätzlichen Abläufe zur Meldung gemäß Infektionsschutzgesetz werden vermittelt. Anhand von praktischen Fallbeispielen wählen die Studierenden das jeweils passende Formular, füllen es eigenständig aus und erhalten Rückmeldung zur korrekten Ausstellung.

Vorlesung "Ärztliche Dokumentation: der gute Arztbrief"

Arztbriefe sind insbesondere an den unterschiedlichen Schnittstellen der medizinischen Versorgung wesentlich, so an der stationär-ambulanten (vorläufiger Kurzarztbrief, endgültiger Entlassungsbrief), an den stationär-stationären (Verlegungsbrief) und auch an den ambulanten Schnittstellen (Brief vom Facharzt an den Allgemeinarzt). Eine Sonderstellung nimmt die Verfassung von Epikrisen ein, die im Studium und bei Staatsexamina als Prüfungsinstrument eingesetzt werden. In der Vorlesung werden Aufgabe, Aufbau, Inhalt und praktische Erstellung dieser Arztbriefe dargestellt und rechtliche Aspekte zu Schweigepflicht und Dokumentationspflichten besprochen.

Seminar "Manövrieren durch die Gesundheitsversorgung: Langzeitbetreuung  durch Hausärzte und Hausärztinnen"

Das Seminar thematisiert fallbezogen verschiedene Aspekte der Langzeitbetreuung, von der Beratung gesunder Menschen im Rahmen von Präventionsleistungen bis zur Versorgung chronisch Kranker im Hausbesuch. Dabei werden geschlechter-, alters- und kulturspezifische Aspekte berücksichtigt.

Blockpraktikum Allgemeinmedizin

Während des Blockpraktikums erfahren die Studierenden im selbstständigen Patientenkontakt und als Teil des Praxisteams die Rolle des Hausarztes als primärer Ansprechpartner in der Akut- und Langzeitversorgung bei somatischen und psychosozialen Gesundheitsproblemen, bei chronischen Erkrankungen bis hin zur Palliativversorgung sowie zu Fragen der Prävention, Gesundheitsförderung und Krankheitsfrüherkennung. Dabei sollen die Studierenden auch Geschlechterunterschiede mitberücksichtigen.
In der Praxis werden die Studierenden 1:1 von einem Lehrarzt / einer Lehrärztin betreut.

Lehrpraxen

für das Blockpraktikum Allgemeinmedizin finden Sie hier.

Blockpraktikum in der Landarztpraxis

Nähere Informationen finden Sie auf diesem Flyer.